Sie sind hier >  /  
< Schleicher auf der Autobahn

Gefährliche Badegewässer

Zu viele Menschen ertrinken beim Schwimmen in Seen und Flüssen

Auch in seichten Gewässern können Gefahren lauern

© DLRG

 

Vor allem in den Sommermonaten zieht es viele Menschen zum Sonnen, Abkühlen und Schwimmen an Badeseen und Flüsse. Doch das Baden in natürlichen Gewässern ist oft mit Gefahren verbunden. So können starke Strömungen und große Temperaturunterschiede lebensgefährlich werden. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt davor, die Gefahren beim Schwimmen in natürlichen Badegewässern zu unterschätzen.

 

Tipps für das Baden in Seen und Flüssen 

  • niemals an Wehren und Brückenpfeilern schwimmen
  • nicht von Brücken in einen Fluss springen
  • nicht baden, wo Schiffe fahren
  • niemals gegen die Strömung anschwimmen und nicht zu weit hinaus
  • Badeverbote beachten
  • immer parallel zum Ufer und möglichst nicht alleine schwimmen
  • nicht mit zu vollem oder leerem Magen ins Wasser gehen
  • unbewachte Badegewässer meiden
  • schnell das Wasser verlassen, wenn man friert
  • erst langsam abkühlen, bevor man nach einem Sonnenbad ins kalte Wasser geht
  • achtsam beim Schwimmen in zum Teil sehr tiefen Baggerseen sein
  • beim Schwimmen möglichst nicht an die Grenzen seiner eigenen Leistungsfähigkeit gehen

Laut DLRG-Barometer verloren im Jahr 2014 mindestens 392 Personen in deutschen Gewässern ihr Leben. Das waren 54 Personen weniger als im Jahr zuvor. 287 (rund 78 Prozent) dieser Menschen starben in deutschen Seen und Flüssen. Mehr als die Hälfte der Opfer kamen allein in den Sommermonaten Juni bis August ums Leben. Die Anzahl der Todesfälle im Meer liegt mit 8,7 Prozent deutlich über denen der Vorjahre. 26 Opfer ertranken allein in der Ostsee. Ursächlich waren vor allem im Juli starke Winde aus Ost und Nordost, die gefährliche Unterströmungen verursachten und viele Schwimmer in Lebensgefahr brachten. Die meisten tödlichen Unfälle ereignen sich aber nach wie vor an unbewachten Seen und Flüssen. „Deshalb empfehlen wir, solche Risikogebiete zu meiden und lieber ins Schwimmbad zu gehen oder an einen bewachten Strand an die deutsche Küste. Dort werden die meisten Stellen von Rettungsschwimmern bewacht. Im Notfall ist also jemand da, der schnell und qualifiziert helfen kann“, erläutert Martin Janssen, Pressesprecher der DLRG. Bei risikoreichen Gewässern wie den großen Flüssen ist es besser, nur am Ufer ein Sonnenbad zu nehmen, anstatt in ihnen zu schwimmen – vor allem, wenn dort Berufsschifffahrt betrieben wird.

Die Strömungsgeschwindigkeit kann tückisch sein

Im Vergleich zum Baden in Seen ist das Risiko in Flüssen und Kanälen deutlich höher – jährlich ertrinken hier die meisten Menschen. „Eine der großen Gefahren bei Flüssen ist die Strömungsgeschwindigkeit, die sehr stark schwanken kann“, so Janssen. „Wenn Sie im Rhein im Bereich der Loreley schwimmen wollten, müssten Sie mit einer deutlich höheren Strömungsgeschwindigkeit rechnen. Dort wird das Wasser etwa auf die Hälfte seiner vorherigen Breite zusammengestaucht. Das vergrößert die Strömungsgeschwindigkeit. Durch Verwirbelungen und geologische Strukturen im Flussbett können Unterströmungen hinzukommen, die den Schwimmer unter Wasser ziehen können. Dann besteht akute Lebensgefahr.“ Für Schwimmer besteht in schiffbaren Flüssen zudem die Gefahr, dass sie in die Schifffahrtsrinne geraten. „Stark befahrene Schifffahrtsstraßen aber auch Wasserbauwerke wie Wehre sind für Schwimmer lebensgefährlich“, warnt Janssen. Überall dort, wo Berufsschifffahrt existiert, sollte man nicht schwimmen, um sich nicht unnötig in Gefahr zu bringen. An Ein- und Ausfahrten von Hafenanlagen gibt es Schwimmverbote. Auch bei schwächer strömenden Gewässern sollte man nie versuchen, gegen die Strömung anzuschwimmen. Richtig sei es, sich mit der Strömung treiben zu lassen und dann zu versuchen, seitlich aus ihr hinauszuschwimmen. Martin Janssen: „Das spart Energie und erhöht die Überlebenschancen.“ Weitere Gefahrenpunkte für Schwimmer sind Brückenpfeiler.

Seite: 1 2 weiter >>

Weitere Infos für Polizisten

Mit der Bundes- und Landespolizei auf dem Weg zum Auswärtsspiel

Es ist ein strahlend blauer Frühlingssonntag. Die Fußgängerzone vor dem Hauptbahnhof in Gelsenkirchen ist ruhig und...[mehr lesen]

Sicheres Online-Shopping, Umtauschrecht und Gutscheingültigkeit

Gegen Jahresende werden die Menschen zu Jägern und Sammlern: Etliche Geschenke werden fürs Weihnachtsfest gekauft....[mehr lesen]

Wer hat Zugriff auf die Daten aus den Fahrerassistenzsystemen?

Nach einem schweren Unfall ist es für Verletzte lebenswichtig, dass ihnen so schnell wie möglich geholfen wird. Ab...[mehr lesen]

Strategie und Ermittlungsarbeit am Beispiel NRW

Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte sowie die sogenannten „Reichsbürger“ halten das Thema Rechtsextremismus in der...[mehr lesen]

Was die Polizei für sie tun kann

Hans-Joachim Blume, Kriminaldirektor vom Landeskriminalamt Berlin, leitet das Dezernat 12, zu dem auch...[mehr lesen]

Newsletter