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Kinder und Jugendliche – Kriminalstatistik

Kinder greifen meist unerlaubt ins Ladenregal

Mehr als ein Viertel der 90.610 tatverdächtigen Kinder beging einen Diebstahl. Wie schon im Vorjahr sind die unter 14-Jährigen besonders häufig dabei erwischt worden, als sie im Supermarkt oder in anderen Geschäften etwas klauen wollten. 16 Prozent wurden durch eine Körperverletzung aktenkundig, weitere 10,2 Prozent durch Sachbeschädigung. Ebenfalls in 10,2 Prozent der Fälle handelte es sich um Straßenkriminalität – also um Straftaten auf öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen wie beispielsweise Taschendiebstahl.

Von den tatverdächtigen Kindern waren 43.901 deutscher Herkunft. Die Anzahl der unter 14-Jährigen, die keine deutsche Herkunft haben, belief sich auf 46.709. Lässt man bei nichtdeutschen Kindern jedoch ausländerrechtliche Verstöße außen vor, sinkt die Zahl auf 12.337. Das erklärt auch, weshalb die Zahl der insgesamt von Kindern verübten Straftaten um 14,2 Prozent gestiegen ist, die Zahl der Straftaten ohne ausländerrechtlichen Hintergrund jedoch um 2,6 Prozent abgenommen hat. Die Kriminalstatistik liefert keine Angaben zu den Motiven hinter den ausländerrechtlichen Verstößen. Dennoch ist anzunehmen, dass viele nichtdeutsche Kinder unfreiwillig zu Tatverdächtigen wurden, da sie gemeinsam mit ihren Eltern unerlaubt nach Deutschland eingereist sind bzw. sich gemeinsam mit den Eltern unerlaubt in Deutschland aufgehalten haben.

Körperverletzung: Häufigste Straftat von Jugendlichen

Laut der Statistik waren 130.152 Jugendliche, die 2016 als tatverdächtig erfasst wurden, deutscher Herkunft. 79.656 besaßen nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Betrachtet man die Straftaten ohne ausländerrechtliche Verstöße, wurden nichtdeutsche Jugendliche prozentual etwas häufiger wegen Ladendiebstahl, Körperverletzung und Betrug registriert. Deutsche Jugendliche begingen hingegen fast doppelt so oft ein Rauschgiftdelikt. In Bezug auf die Straßenkriminalität sind die Anteile nahezu gleich. Wie im Vorjahr blieb die Körperverletzung 2016 mit 19,9 Prozent die von der Altersgruppe am häufigsten begangene Straftat, unter Einbezug aller Vergehen. In 17,1 Prozent der Fälle wurden die 14- bis unter 18-Jährigen wegen Ladendiebstahl erfasst. Straßenkriminalität und Sachbeschädigung machten einen Anteil von 14,7 Prozent bzw. 10 Prozent aus.

Cannabis ist das meist konsumierte Rauschmittel

Die Kriminalstatistik bestätigt, dass der Konsum illegaler Drogen von Minderjährigen im Alter von 14 bis unter 18 Jahren in Deutschland zugenommen hat. Wegen Rauschgiftdelikten wurden 2016 insgesamt 30.661 Jugendliche aktenkundig – 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die mit Abstand am häufigsten konsumierte Droge ist Cannabis. In Form von Marihuana oder Haschisch wird die Pflanze meist mit Tabak oder in Pfeifen geraucht. 2016 wurden 22.135 Jugendliche mit Cannabis erwischt. Im Vorjahr waren es 21.451. Die steigende Zahl verdeutlicht, dass die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen über die Wirkung von illegalen Drogen in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle in der Präventionsarbeit spielen muss.

 

MW (26.05.2017)

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