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Waffenbesitz in Deutschland

Neues Nationales Waffenregister 

Die Daten zu jeder angemeldeten Waffe in Deutschland werden nun nach einer EU-Richtlinie im nationalen Waffenregister gespeichert. 

©Photofactory, fotolia

 

Nach dem Amoklauf an einer Grundschule in Newtown im Dezember 2012, bei dem 20 Menschen getötet wurden, wird in Amerika der Ruf nach einem strikteren Waffengesetz laut. In Deutschland gibt es dieses bereits – novelliert im Jahr 2002 nach dem Amoklauf in Erfurt und 2009 aufgrund des Amoklaufs in Winnenden. Im Januar 2013 wurde beim Bundesverwaltungsamt in Köln ein computergestütztes Nationales Waffenregister (NWR) in Betrieb genommen. 

Waffenbesitz 

Nach einer Statistik der britischen Tageszeitung „The Guardian“ aus dem Jahr 2012 gibt es in keinem Land mehr Schusswaffen in Privatbesitz als in den USA: 270 Millionen Stück sollen es sein, das sind auf 100 Einwohner gerechnet mehr als 88 Waffen. Nach dem Amoklauf in Newtown sind in Amerika die Diskussionen um die Waffengesetze neu entbrannt. Der Staat New York hat schnell gehandelt: Seit Januar 2013 gibt es dort das restriktivste Waffengesetz aller US-Bundesstaaten: Der Besitz von SturmgewehrensowieMunitions-Magazinen mit mehr als sieben Schuss ist Privatleuten verboten. Die Zahl der in Deutschland gemeldeten Schusswaffen liegt nach einer ersten Datenanalyse des Nationalen Waffenregisters im Januar 2013 bei knapp 5,5 Millionen „und damit am unteren Ende der bisher in der Öffentlichkeit diskutierten, nichtamtlichen Schätzungen, die zwischen fünf und über zehn Millionen schwankten“, erklärt Annette Beaumart, Pressesprecherin des Bundesverwaltungsamts.Die Anzahl der Waffenbesitzer in der Bundesrepublik beläuft sich auf rund 1,4 Mio. Personen. 

Nationales Waffenregister 

Seit dem 1. Januar 2013 gibt es das Nationale Waffenregister für Deutschland. In dieser digitalen Datenbank in Köln werden erstmals alle Informationen der bundesweit 550 lokalen Waffenbehörden zusammen erfasst und aufbereitet. Für jede erlaubnispflichtige Schusswaffe ist nun zeitnah nachvollziehbar, wer Besitzer der Waffe ist, seit wann er die Waffe hatund wo sie erworben wurde. Alle Behörden, die waffenrechtliche Daten benötigen, haben erstmals rund um die Uhr einen Zugriff auf die im NWR gespeicherten Informationen. Diese kann zum Beispiel die Polizei aktuell in ihre Lagebeurteilungen einbeziehen. „Das Nationale Waffenregister leistet einen unmittelbaren Beitrag zur Stärkung der Öffentlichen Sicherheit in Deutschland“, so die Pressesprecherin des Bundesverwaltungsamts, Annette Beaumart. Neu in der deutschen Waffenrechtsverwaltung sind die für das NWR geschaffenen Standards und Vereinheitlichungen waffenrechtlicher Vorgänge. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt die Einrichtung des Nationalen Waffenregisters. Ehemaliger GdP-Bundesvorsitzender Bernhard Witthaut: „Damit ist eine alte Forderung der GdP erfüllt worden. Es hat lange gedauert, aber die technische Umsetzung war auch eine Herausforderung.“ Es sei wichtig für Polizisten, so Witthaut, rasch überprüfen zu können, ob an einem Einsatzort, etwa einer Familienauseinandersetzung, eine Waffe im Haus ist. „Natürlich wissen wir auch dann nur, ob es sich um einen legalen Waffenbesitz handelt. Aber auch das kann überlebenswichtig sein.“

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