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Der „Seitenstark-Chat“

Wie Kinder beim Chatten Medienkompetenz entwickeln können

Kinder sollten bei ihren ersten Schritten im Netz nicht allein gelassen werden

© Peggy Reinelt, Seitenstark-Chat

 

Wenn Kinder ihre ersten Erfahrungen mit Chats im Internet machen, ist ihnen oftmals nicht bewusst, dass hinter den netten Chatpartnern, die sich als Gleichaltrige mit ähnlichen Interessen ausgeben, auch Erwachsene mit bösen Absichten verstecken können, etwa Pädophile. Diese nutzen Chats insbesondere dazu, sich Kindern anzunähern und ihr Vertrauen zu gewinnen. Einige verfolgen dabei auch die Absicht, Fotos von den Kindern zu bekommen oder sogar ein Treffen zu vereinbaren. Um Kindern einen sicheren Einstieg in die Medienwelt zu ermöglichen, haben Medienpädagogen in Kooperation mit der Universität Leipzig und gefördert durch das Bundesfamilienministerium einen speziellen Chat für Kinder entwickelt: den „Seitenstark-Chat“. Hier können Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren täglich vier Stunden lang unter pädagogischer Aufsicht miteinander chatten.

Medienkompetenz beim Chatten entwickeln

Stefanie Krauel

Projektleiterin des „Seitenstark-Chats“, © Seitenstark-Chat

Der „Seitenstark-Chat“ ist ein vorabmoderierter Chat. Das bedeutet, dass jeder Beitrag vorab von Moderatoren gelesen und geprüft wird, bevor er für den allgemeinen Chat freigegeben und für den Empfänger sichtbar wird. Während der Chat-Öffnungszeiten prüft ein Moderator im Hintergrund die Freigabe aller Beiträge, während ein anderer Moderator in direktem Kontakt zu den Kindern steht und Nutzeranfragen bearbeitet. „Die Kinder sollen durch ihre ersten Erfahrungen im sicheren Chatraum Medienkompetenz entwickeln und Regeln verinnerlichen, die beim Chatten wichtig sind“, erklärt Stefanie Krauel, Projektleiterin des „Seitenstark-Chats“. Eine dieser Chatregeln lautet: „Bleib anonym!“ Wie das im „Seitenstark-Chat“ umgesetzt wird, erklärt Krauel anhand eines Beispiels: „Fragt ein Kind das andere nach seiner Privatadresse, dann gibt der Moderator diesen Beitrag grundsätzlich frei. Das andere Kind soll nun die Gelegenheit bekommen, zu antworten, dass das Weitergeben von persönlichen Kontaktdaten im Chat nicht erlaubt ist. Teilt das Kind dem anderen in seiner Antwort nun trotzdem seine Adresse mit, wird dieser Beitrag von den Moderatoren nicht freigegeben. Stattdessen erklären sie den beiden Kindern, dass das Weitergeben von persönlichen Kontaktdaten gefährlich sein kann, gegen die Chatregeln verstößt und daher nicht freigegeben werden kann.“ Die Chatregeln kann man auf der „Seitenstark“-Webseite nachlesen.

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