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„Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen macht viel Spaß!“

Polizisten unterrichten präventiv und aktiv

Die meisten Schüler finden es gut, wenn ein Polizist in die Schule kommt

© Ramesh Amruth, CC-Verlag

 

Martin Kobusynski macht seit vierzehn Jahren Präventionsunterricht an Hamburger Schulen und ist seit August 2009 für die gesamte Koordination und Planung des Präventionsprogramms „Kinder- und Jugenddelinquenz“ der Polizei in Hamburg verantwortlich.

Herr Kobusynski, was macht die Polizei Hamburg präventiv gegen Gewalt an Schulen?

Hier gibt es verschiedene Ansätze. Einer der wichtigsten ist der Präventionsunterricht. Diesen gibt es in Hamburg schon recht lange, nämlich seit 1982. Polizisten gehen hierbei in die Schulen und machen speziellen Unterricht. Seit dem Schuljahr 2008/2009 ist zwischen Schule und Polizei vertraglich geregelt, dass alle fünften bis achten Klassen zweimal im Jahr eine Doppelstunde Präventionsunterricht bekommen. Diese Altersgruppe ist besonders relevant, wenn es um das Thema Gewaltprävention geht. Die Kollegen, die in den Klassen unterrichten, machen dies in ihrer Freizeit. Es sind Polizeibeamte, die in allen Bereichen der Polizei tätig sind. Das können Streifenpolizisten oder aber auch Ermittler bei der Mordkommission sein. Die Arbeit ist nicht ehrenamtlich, sondern wird zusätzlich vergütet. Wie viel Unterricht man machen möchte, bleibt aber jedem selbst überlassen. Ein wichtiger Grund, warum der Unterricht als Privatperson stattfindet, ist der Strafverfolgungszwang, dem jeder Polizeibeamte unterliegt. Das heißt: Wenn ein Beamter im Dienst von einer Straftat erfährt, ist er dazu verpflichtet, dieser nachzugehen. Da er aber in seiner Freizeit beim Präventionsunterricht auftritt, ist der Strafverfolgungszwang gelockert – und er kann über manche Sachen hinwegsehen. Denn natürlich erfährt er in den Gesprächen mit den Kindern und Jugendlichen von dem ein oder anderen Vergehen. Es ist erstaunlich, worüber die Schüler alles sprechen. Erst sind sie noch vorsichtig und fangen an mit „ein Freund von mir hat dies und jenes gemacht…“. Irgendwann verplappern sie sich und dann wird deutlich, dass es um sie selbst geht. Wenn es natürlich um größere Delikte geht – etwa das Dealen mit Drogen – muss dem natürlich trotzdem nachgegangen werden.

Der Polizeibeamte Martin Kobusynski arbeitet präventiv an Schulen

© privat

Wie reagieren denn die Schüler auf die Beamten?

Die Reaktionen der Schüler sind unterschiedlich. Bei den jüngeren ist eine gewisse Distanz da, wenn wir zum ersten Mal in die Klasse kommen. Meistens gelingt es aber recht schnell eine Verbindung herzustellen. Natürlich hat man einzelne Schüler, die stören oder provokante Kommentare bringen. Das sind aber eher Ausnahmen. Das Feedback insgesamt ist sehr positiv. Die Schüler finden es gut, dass die Polizei sich Zeit für sie nimmt. Außerdem ist es so, dass wir als Polizisten eine gewisse Neugier wecken – und das ist schon ein Bonus für uns. Manchmal sind die Schüler etwas enttäuscht, dass die Beamten „nur“ in Zivil kommen und nicht in Uniform. Andererseits sehen sie dann, dass auch Polizisten nur ganz normale Menschen sind – mit denen man ganz normal reden kann und die auch ihre Probleme und Fehler haben. 

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