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< Die Welt der Pädosexuellen

Pädosexualität: Die Folgen des Missbrauchs

Missbrauchte Kinder leiden ein leben lang

 

Vernachlässigte Kinder sind besonders gefährdet

© Stephi, fotolia

 

Pädosexuelle, also Menschen, die sich sexuell von Kindern angezogen fühlen, starten ihre Annäherungsversuche häufig auf öffentlichen Spielplätzen oder in Schwimmbädern. Sie erschleichen sich das Vertrauen der Kinder, um sich im Laufe der Zeit immer wieder an ihnen zu vergehen.

 

Im Fokus der Pädosexuellen sind in der Regel Kinder, die zu Hause emotional und materiell vernachlässigt werden. Das hat nicht unbedingt immer etwas mit dem sozialen Status der Familie zu tun. Eltern, die ihren Kindern nicht genug Zuwendung und Aufmerksamkeit zukommen lassen, machen es Pädosexuellen einfach. Denn die Kinder sind dankbar für das ungewohnte – zunächst harmlos scheinende – Interesse. Auch Kinder mit geringem Selbstbewusstsein werden häufiger Opfer von Pädosexuellen, denn sie lassen sich besonders leicht beeinflussen. Die Kinder geraten in eine fatale Situation: Einerseits sehen sie in ihrem neuen „Freund“ jemanden, der ihnen Geschenke macht und sich viel mit ihnen beschäftigt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch den sexuellen Missbrauch – den kein Kind will. Manfred Karremann, Sozialpädagoge und Autor des Buches „Es geschieht am helllichten Tag – die verborgene Welt der Pädophilen und wie wir unsere Kinder vor Missbrauch schützen“ beschreibt dieses ambivalente Verhältnis so: „Kinder können in dieser Situation nicht einordnen, ob der Pädosexuelle nun ein Freund ist oder nicht. Denn sie sehen immer auch das „Gute“, das die Person für sie getan hat. Dadurch fällt es ihnen unter anderem schwer, den Missbrauch als solchen klar zu erkennen.“ Außerdem empfinden die Kinder eine große Scham und leiden unter Schuldgefühlen. Sie bekommen eingeredet, sie „hätten es doch auch gewollt“, bzw. „hätten doch dabei mitgemacht“. Die Täter setzen die Kinder unter Druck, indem sie ihnen einbläuen, dass sie selbst ins Heim müssten und/oder ihre Mutter ins Gefängnis käme, wenn sie jemandem davon erzählen würden. Allein diese Angst bringt die Kinder oft dazu, jahrelang zu schweigen. „Kinder werden durch den seelischen und körperlichen Missbrauch in ihrer sexuellen Entwicklung gestört und verlieren häufig jegliches Vertrauen zu Erwachsenen“, weiß Karremann. Sie wachsen in dem Glauben auf, dass sie nur liebenswert sind, wenn sie als Gegenleistung sexuelle Gefälligkeiten verrichten. 

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