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Mit Detektiven gegen wilde Müllkippen

Wilde Müllkippen sind ein echtes Problem in einigen Kommunen 

© galileo120, fotolia 

 

Der Fernseher auf dem Gehweg, Sperrmüll im Wald oder Hausmüll neben dem Papiercontainer: Wilde Müllkippen sind ein echtes Problem. Die Kommunen unternehmen einiges dagegen. Zum Beispiel Köln: Hier sind Müll-Detektive im Einsatz. 

 

Zwei hauptamtliche Müll-Detektive arbeiten bei den Abfallwirtschaftsbetrieben (AWB) in Köln. Sie suchen in den illegal entsorgten Abfallhaufen nach Hinweisen auf deren Verursacher. Kuverts mit Anschrift, Kartons mit Adressaufklebern oder alte Zeitungen mit den Daten des Abonnenten sind hilfreiche Indizien. Finden die Müll-Detektive solche Hinweise, besuchen sie den mutmaßlichen Verursacher der wilden Müllkippe. „Es sind ja unsere Mitarbeiter. Die haben keine ordnungsbehördliche Ermächtigung“, erklärt Wilfried Berf, Pressesprecher der AWB Köln. Deshalb wird der Müllsünder eher beratend angesprochen und auf seine Tat hingewiesen. „Oft sind die Menschen einsichtig“, sagt Berf. Sollten sie es mal nicht sein, erstattet die AWB Anzeige und zieht sie gemeinsam mit dem Ordnungsamt zur Rechenschaft. 

Wilden Müll melden 

Hilfreich für die Ermittlungen sind meist auch Anwohner, die sagen können, wer seinen alten Fernseher, Bauschutt oder Hausmüll unrechtmäßig entsorgt hat. Die AWB hat sogar eine spezielle Servicehotline samt Mail-Adresse eingerichtet, wo Bürger wilde Müllablagerung melden können. Im Jahr 2012 gingen bei der AWB Köln 5.683 Hinweise ein. Außerdem sind alle Außendienstkräfte des Ordnungsamtes gehalten, wilde Müllkippen zu melden. Im Jahr 2012 wurden rund 300 wilde Müllkippen von Politessen der Stadt an die AWB gemeldet. 

Gratis-Müll-Abholung 

Auf den wilden Müllkippen in Köln liegen meist Kleinelektroteile oder Autoreifen, aber auch Farbeimer, Säcke mit Renovierungsmüll, Möbel und Teppiche werden in der Stadt abgeladen. Nach Erfahrungen des Kölner Ordnungsamtes sind die Ablagestellen fast immer dieselben. Meist handelt es sich um abgelegene dunkle Gegenden, die man gut mit dem Auto erreichen kann. Oft entstehen „wilde Müllkippen“ auch in der Nähe von Glascontainern und an Altkleidercontainern. 

Nicht ungewöhnlich: Müllentsorgung am Waldrand

© Martina Berg, fotolia

Teure Knöllchen 

Dass Menschen in einer Nacht- und Nebelaktion ihren Müll in den Wald fahren und ihn dort abladen, kann Wilfried Berf nicht nachvollziehen. Viel bequemer sei doch der Service der AWB, findet der Pressesprecher: „Ein Anruf genügt, und wir holen den Müll bei Ihnen ab – kostenlos.“ Das gilt natürlich nicht nur für Köln, sondern auch für andere Städte. Einigen wilden Müllkippen könnte vorgebeugt werden, wenn mehr Menschen von diesem Service wüssten. Die unrechtmäßige Entsorgung von Müll indes kann richtig teuer werden: Bis zu 500 Euro sieht der Bußgeldkatalog der Stadt Köln für grobe Verunreinigung vor. Allerdings gibt es nicht nur die großen Müllhaufen auf dem Gehweg: Auch das Ausspucken eines Kaugummis gehört zum Tatbestand der „Verunreinigung des Straßenbildes“ und kann mit einem Bußgeld zwischen 35 und 50 Euro belegt werden. 

Müll-Straftaten 

Die Stadt Köln ahndet die Verschmutzungen von Straßen, Wegen und Plätzen im Kleinen wie im Großen: die weggeworfene Zigarette ebenso wie das nicht angemeldete Abstellen oder Entsorgen von Müll. „Zunächst einmal ist das Abstellen eine Ordnungswidrigkeit, für die es Verwarnungs- und Bußgelder gibt“, erklärt Jürgen Müllenberg, Sprecher der Stadt. „Wenn sich aus dem wilden Müll allerdings eine Gefährdung für Leben, Gesundheit, Boden oder Landschaft entwickelt, zum Beispiel durch auslaufende Flüssigkeiten, kann es sich um eine Straftat handeln.“ Das müssen dann die Staatsanwaltschaft und die Gerichte beurteilen. Erfährt die Stadt von solchen Tatbeständen, wird die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

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