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Mehr Kontrollen und Tempo-30-Limit

Das neue verkehrspolitische Programm der GdP


2015 starben in Deutschland 3.459 Menschen bei Verkehrsunfällen

© Jürgen Fälchle, fotolia

 

Im Jahr 2015 gab es auf deutschen Straßen rund 2,5 Millionen Unfälle. Bei mehr als 390.000 Unfällen wurden Personen verletzt, 3.459 Menschen starben. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat ein verkehrspolitisches Programm erarbeitet. „Unser Ziel ist es, die Zahl der Toten und Verletzten zu reduzieren – alle Maßnahmen im Straßenverkehr müssen sich deshalb darauf konzentrieren“, betont Arnold Plickert, der stellvertretende Bundesvorsitzende der GdP.

Mehr Verkehrsüberwachungen und -kontrollen

Verkehrskontrollen gehören genauso zur polizeilichen Arbeit wie die Kriminalitätsüberwachung oder die Begleitung von Demonstrationen. „Intensivere, unangekündigte Geschwindigkeitskontrollen können dafür sorgen, dass es weniger Unfälle gibt. Dazu braucht die Polizei aber mehr Personal.“ Wichtig sei auch das verkehrserzieherische Gespräch durch die Beamten. Denn dabei könne man nochmal erklären: Hier ist eine Schule, ein Krankenhaus oder eine Senioreneinrichtung – wenn man zu schnell fährt, gefährdet man sich und andere massiv. „Dieser Lerneffekt ist nicht zu unterschätzen“, betont der GdP-Verkehrsexperte. Maßnahmen wie der Blitzmarathon, bei dem an angekündigten Stellen über einen kurzen Zeitraum intensiv kontrolliert wird, könnten nur ergänzend wirken. Eine weitere Forderung: Die GdP setzt sich für höhere Strafen für Verkehrsverstöße ein, insbesondere wenn es um überhöhte Geschwindigkeit geht. „Bußgelder für zu schnelles Fahren müssen ausreichend hoch sein, damit derjenige, der zu schnell unterwegs ist, die Konsequenzen seines Handelns auch wirklich spürt“, so Plickert.

Arnold Plickert

Stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP, © GdP

Tempo 30 innerorts, 80 auf Landstraßen, 130 auf Autobahnen

Auch neue Tempolimits stehen auf dem GdP-Programm: So setzt sich die Gewerkschaft für eine allgemeine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften ein. „Das Thema Geschwindigkeitsbegrenzungen ist in Deutschland unpopulär. Es ist aber besonders wichtig, wenn es um das Verhindern von Verkehrsunfällen geht. Denn zu schnelles Fahren ist eine der häufigsten Unfallursachen“, betont Arnold Plickert. Es sei in Bezug auf die Verletzungsfolgen ein erheblicher Unterschied, ob ein Unfall bei Tempo 30 oder Tempo 50 passiere. Tempo 50 sollte deshalb innerorts die Ausnahme und nur auf breiten und gut ausgebauten Straßen erlaubt sein. Auf Bundes-, Land- oder Kreisstraßen fordert die GdP ein Tempolimit von 80 km/h statt der momentan gültigen 100 km/h. „80 Prozent der tödlichen Unfälle geschehen auf Landstraßen“, weiß Plickert. „Besonders baumgesäumte Alleen sind gefährlich. Kommt man hier von der Straße ab, hat man kaum eine Chance.“ Zusätzlich können Leitplanken oder eine streckenweise eingesetzte zweite Spur, die für Überholvorgänge genutzt werden kann, dazu beitragen, tödliche Unfälle auf Landstraßen zu verhindern. „Auch ein generelles Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen würde nicht nur zu weniger Stau, sondern auch zu weniger Toten und Verletzten im Straßenverkehr führen.“

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