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Die „Gemeinsame Fahndungsgruppe Neiße“

Deutsche und polnische Polizei in einem Team

PKW-Diebstahl geschieht oft im Rahmen organisierter Kriminalität

© juefraphoto, fotolia

 

KFZ-Diebstahl ist besonders in den Grenzgebieten Deutschlands ein Problem. Denn südosteuropäische Tätergruppen kommen in die BRD, um hier gezielt Fahrzeuge zu stehlen. Um koordinierter gegen die Täter vorgehen zu können, hat die Polizeidirektion Görlitz in Kooperation mit der polnischen Polizei im Jahr 2008 die „Gemeinsame Fahndungsgruppe Neiße“ ins Leben gerufen.

Grenzüberschreitende Kriminalität

„Die grenzüberschreitende Kriminalität bildet bei uns in Görlitz einen großen Schwerpunkt bei der Polizeiarbeit“, erklärt André Schäfer, Erster Polizeihautpkommissar und Leiter des Direktionsbüros der Polizeidirektion Görlitz. „Hauptsächlich geht es dabei um Eigentumskriminalität, bei der KFZ-Diebstahl eine wesentliche Rolle spielt, aber auch um Kleinkriminalität wie Ladendiebstahl oder Metalldiebstahl.“ Bei den Tätern handelt es sich meist um Südosteuropäer wie Polen, Rumänen, Tschechen oder Ukrainer, die über die polnische Grenze nach Deutschland kommen. Um der grenzüberschreitenden Kriminalität besser begegnen zu können, ist eine enge Kooperation mit den angrenzenden ausländischen Behörden wichtig. Schon seit dem Jahr 2002 gibt es daher ein Abkommen zwischen Deutschland und Polen, in dem die Zusammenarbeit der Polizei- und Grenzschutzbehörden in den Grenzgebieten geregelt ist. Dieses Abkommen wurde am 9. Juli 2015 nochmal erneuert. Dadurch haben deutsche und polnische Polizisten erweiterte Möglichkeiten des Handelns im Hoheitsgebiet der jeweils anderen Partei, etwa bei der Durchführung gemeinsamer Streifen. Darüber hinaus enthält das Abkommen Regelungen zu präventiven Zwecken, indem zum Beispiel grenzüberschreitende Observationen zur Verhütung von Straftaten ermöglicht werden.

Schneller reagieren und Maßnahmen umsetzen

In Görlitz wurde deshalb im Jahr 2008 die „Gemeinsame Fahndungsgruppe (GFG) Neiße“ gegründet. Man startete damals mit zehn Fahndern – fünf auf deutscher und fünf auf polnischer Seite, deren Zuständigkeitsbereich die deutsch-polnischen Grenzgebiete sind. „Mittlerweile hat sich die Anzahl der Mitglieder der Fahndungsgruppe verdoppelt und wir haben sowohl bei der deutschen als auch bei der polnischen Polizei zehn Ermittler“, erklärt André Schäfer. Die Fahndungsgruppe ist in ihrem jeweiligen Land an die Kriminalpolizei angebunden, denn sie arbeitet nicht nur operativ, sondern übernimmt auch die Ermittlungen. „Der Hauptvorteil der Fahndungsgruppe sind die kurzen Wege. Man kann viel schneller reagieren und Maßnahmen schneller umsetzen“, so Schäfer. Wenn früher in Deutschland ein Fahrzeug gestohlen wurde und der Täter in Polen gefasst wurde, musste erst ein langwieriger Schriftverkehr in Gang gesetzt werden. „Wir mussten damals den Weg über unsere Oberbehörden und über die jeweiligen Botschaften gehen, was zum Teil mehrere Wochen gedauert hat. Jetzt wird alles direkt über die zuständige deutsche und polnische Staatsanwaltschaft geregelt, was viel besser und unproblematischer funktioniert“, erklärt der Erste Polizeihauptkommissar. Auch Durchsuchungen ließen sich jetzt viel schneller regeln – wenn es sein muss, sogar innerhalb von nur einer Stunde. Auch wenn sich die Wege verkürzen, ändert die Zusammenarbeit nichts an den Zuständigkeiten. „Einsatzgruppen und Streifen müssen immer so besetzt sein, dass sowohl polnische als auch deutsche Beamte mit dabei sind. Wenn wir etwa eine Durchsuchung auf polnischer Seite machen, dann muss diese von polnischen Polizisten geführt und von der polnischen Staatsanwaltschaft genehmigt werden“, so Schäfer.

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