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Bundeslagebild Cybercrime 2019

Anfang Oktober veröffentlichte das Bundeskriminalamt sein jährlich erscheinendes Lagebild der Internetkriminalität des Vorjahres. Danach verzeichnete die Behörde 2019 insgesamt 100.514 Fälle von Cybercrime, was einen Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zu 2018 (87.106 Fälle) bedeutet. Die Anzahl der polizeilich bekannten Taten in diesem Deliktsbereich erreichte damit einen neuen alarmierenden Höchststand. Zusätzlich geht das BKA von einer weit überdurchschnittlichen Dunkelziffer aus. PolizeiDeinPartner stellt die wichtigsten Ergebnisse des Lagebilds vor.

Zahlen auf Höchstniveau


Cyberkriminalität ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch

© Syda Productions/stock.adobe.com

 

Anfang Oktober veröffentlichte das Bundeskriminalamt sein jährlich erscheinendes Lagebild der Internetkriminalität des Vorjahres. Danach verzeichnete die Behörde 2019 insgesamt 100.514 Fälle von Cybercrime, was einen Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zu 2018 (87.106 Fälle) bedeutet. Die Anzahl der polizeilich bekannten Taten in diesem Deliktsbereich erreichte damit einen neuen alarmierenden Höchststand. Zusätzlich geht das BKA von einer weit überdurchschnittlichen Dunkelziffer aus. PolizeiDeinPartner stellt die wichtigsten Ergebnisse des Lagebilds vor.

Gefahr durch Malware steigt

Die größte Gefahr ging 2019 weiterhin von Angriffen mittels Schadsoftware (Malware), insbesondere sogenannter Ransomware aus. Sie wird in der Regel durch Spam-Mails mit infizierten Anhängen oder Links zu maliziösen Webseiten verbreitet. Dabei dringt die Schadsoftware in fremde Systeme ein und verschlüsselt die Daten auf dem angegriffenen Rechner. Für deren Entschlüsselung fordern die Täter meist Lösegeld, das in Form von Bitcoins zu entrichten ist. Allein im Jahr 2019 identifizierte das BKA 312.000 neue Schadprogramme pro Tag. Weltweit am häufigsten sind die Programme „Gandcrab“ beziehungsweise der Nachfolger „Sodinokibi“ sowie „Emotet“. Diese Ransomware verschlüsselte im vergangenen Jahr beispielweise die IT-Systeme der Uni Regensburg. Seit dem vergangenen Jahr beobachtet das BKA eine zunehmende Professionalisierung der Täter: Vor dem eigentlichen Angriff wird das Ziel umfassend ausgespäht. Unternehmenspolitik, Umsätze, Personalien und Webauftritte werden ausgekundschaftet und die IT-Systeme gezielt auf Schwachstellen durchleuchtet. So beschreibt beispielsweise die sogenannte „Double Extortion“ einen neuen Modus Operandi, bei dem die Täter die IT-Systeme ihrer Opfer nicht nur mittels Ransomware verschlüsseln, sondern im Zuge der Attacken auch sensible Daten erbeuten und damit drohen, diese zu veröffentlichen. Auch die Schadsoftware selbst wird immer komplexer und bleibt damit immer länger unentdeckt.

Das vollständige Bundeslagebild Cybercrime 2019 ist auf der BKA-Homepage zum kostenfreien Download eingestellt.

Identitätsdiebstahl als Grundlage

Die Schäden, die durch Cyberattacken entstehen, sind immens hoch. So schätzt der Branchenverband bitkom, dass der Wirtschaft 2019 ein Verlust von mehr als 100 Milliarden Euro durch Cyberangriffe entstanden ist. Neben Wirtschaftsunternehmen sind öffentliche Einrichtungen bevorzugte Ziele der Täter, da hier besonders hohe Gewinne zu erwarten sind. Die meisten Straftaten im Bereich Cybercrime beginnen mit dem Diebstahl einer digitalen Identität, beispielsweise eines Passworts für einen E-Commerce-Account, zur Cloud oder zu firmeninternen Ressourcen. Kriminelle nutzen dazu Phishing- und Spam-Mails, Schadsoftware, oder rufen einfach an und geben sich als IT-Dienstleister aus, um Zugriff zu erhalten. Eine der häufigsten Methoden, über die digitale Identitäten entwendet werden, ist bekanntermaßen über Datenlecks, dem oftmals ungewollten Datenabfluss, oder Data Breaches, dem aktiven Abgreifen von Informationen. Im Unternehmenskontext kann etwa der Zugriff auf die Firmen-Cloud oder betriebsinterne Ressourcen und Daten durch Kriminelle dazu führen, dass diese missbräuchlich genutzt werden.

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