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Falschmeldungen im Internet

Hoaxes und Kettenbriefe erkennen


Hoaxes sind ein weit verbreitetes Phänomen

© DrUGO_1.0, Fotolia

 

Sie erhalten eine Mail von einem Kollegen, in der eine Stiftung angeblich Spendengelder für ein Katastrophengebiet sammelt. Mit jeder Weiterleitung würden ein paar Cent an die Betroffenen gehen. Bei solchen „Hoaxes“ handelt es sich um Falschmeldungen per Mail, die den leichtgläubigen Adressaten zum Weiterleiten an Freunde und Verwandte auffordern. Die unkontrollierte Weiterverbreitung macht Hoaxes zu einem ernsten Problem. Eine neue Variante sind Falschinformationen in sozialen Netzwerken, die im Ernstfall sogar eine potenzielle Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen.

Ein gesundes Misstrauen hilft

„Hoaxes“ (aus dem Englischen für „schlechter Scherz“) sind massenweise weitergeleitete E-Mails, die ihre Empfänger dazu bringen wollen, die Nachricht wiederum an Freunde und Bekannte weiterzuleiten. Manchmal geht es um ein an Krebs erkranktes Kind aus Florida, bei dem für jedes Weiterleiten der Nachricht angeblich eine Spende ans behandelnde Krankenhaus gehen würde. Spam-Mails sind häufig als offizielle Mitteilung eines bekannten Unternehmens getarnt oder enthalten betrügerische Angebote. Malware-Spam enthält meistens sogar Schadprogramme, weshalb die Aufforderung zum Download keineswegs befolgt werden sollte. Frank Ziemann, IT-Berater und Betreiber der Homepage hoax-info.de, erklärt die begriffliche Unterscheidung: „Der Kettenbrief ist der klassische Verbreitungsmechanismus für Hoaxes.“ Seit 1997 beobachtet er das Phänomen und kennt mittlerweile alle erdenklichen Formen. „Es gibt kettenbriefartige Mails, die von mehreren Personen an wiederum mehrere Personen verbreitet werden. Spam-Mails sind davon zu unterscheiden. Sie kommen von einem Absender und werden an viele gesendet“, so der Experte.

IT-Experte Frank Ziemann

© Frank Ziemann

 

Wer die Urheber solcher Falschmeldungen sind, bleibt häufig im Dunkeln. Oft stecken Kriminelle dahinter, die mit ihren Falschmeldungen großen Schaden anrichten können. IT-Experte Frank Ziemann betont, der beste Schutz sei vor allem ein gesundes Misstrauen des Empfängers: „In aller Regel kommen solche Hoaxes nicht von einer dubiosen Adresse, sondern von guten Bekannten und Verwandten, die solche Meldungen unreflektiert weiterversenden.“ Wenn der Absender eine Kollegin oder der eigene Nachbar ist, helfen auch keine Spam-Filter. Dann ist ein gewisses Maß an Skepsis angebracht, denn das Weiterleiten an noch mehr Menschen kann den Hoax zu einer digitalen Lawine heranwachsen lassen. Die Empfänger werden verunsichert, verschwenden womöglich unnötig Arbeitszeit und im schlimmsten Fall entstehen enorme Datenmengen auf Servern und Festplatten. Dabei gibt es eindeutige Hinweise, an denen sich ein Hoax im Posteingang erkennen lässt. Häufig enthalten sie eine Warnung, etwa vor einem gefährlichen Schadprogramm im Internet. Kurz darauf wird der Nutzer aufgefordert, die Meldung an seine persönlichen Kontakte weiterzusenden. Eine bekannte Firma oder gemeinnützige Organisation wird häufig als Urheber angegeben, um Seriosität vorzugaukeln. Zudem enthält der Hoax Aktualitätsangaben wie „gestern“ oder „kürzlich“, obwohl der betreffende Kettenbrief womöglich bereits Tage, Wochen, Monate oder sogar Jahre im Umlauf ist. Frank Ziemann empfiehlt beim Erhalt einer solchen Mail, sich im Zweifel gezielt zu informieren: „Wenn Sie eine verdächtige Nachricht erhalten, suchen Sie mit einer gängigen Suchmaschine nach ein paar prägnanten Stichworten aus der Mail im Internet. In der Regel kann ein Hoax über diesen Weg schnell entlarvt werden“, so Ziemann.

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