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Der Einsatz von Section Control

Das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit ist eine der wesentlichen Ursachen für Verkehrsunfälle auf Bundesstraßen und Autobahnen. In Ländern wie Österreich, Holland, Italien und der Schweiz konnte die Unfallquote durch die Einführung der sogenannten „Section Control“, also einer Geschwindigkeitskontrolle auf festgelegten Abschnitten, bereits deutlich reduziert werden. In Deutschland sollte die neue Blitzertechnik im Rahmen eines Pilotprojekts ab 2015 auf einem Streckenabschnitt in Niedersachsen getestet werden. Technische Herausforderungen und Datenschutzbedenken haben den Echtbetrieb der Testanlage bislang jedoch verzögert.

Erfolgreiche Umsetzung in anderen EU-Ländern


Der Streckenradar misst die Geschwindigkeit in einem definierten Abschnitt

© GATSO Deutschland GmbH

 

Das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit ist eine der wesentlichen Ursachen für Verkehrsunfälle auf Bundesstraßen und Autobahnen. In Ländern wie Österreich, Holland, Italien und der Schweiz konnte die Unfallquote durch die Einführung der sogenannten „Section Control“, also einer Geschwindigkeitskontrolle auf festgelegten Abschnitten, bereits deutlich reduziert werden. In Deutschland sollte die neue Blitzertechnik im Rahmen eines Pilotprojekts ab 2015 auf einem Streckenabschnitt in Niedersachsen getestet werden. Technische Herausforderungen und Datenschutzbedenken haben den Echtbetrieb der Testanlage bislang jedoch verzögert.

Ein besseres Bild des jeweiligen Fahrverhaltens

Vor dem Blitzer wird auf die Bremse getreten und danach wieder beschleunigt. Genau dieses riskante Fahrverhalten soll durch Section Control verhindert werden. Der entscheidende Vorteil dieses Systems ist, dass die Geschwindigkeit nicht nur an einem bestimmten Punkt gemessen wird, sondern in einem definierten Abschnitt. „Durch die Messung der Geschwindigkeit über einen längeren Abschnitt erhält man ein besseres Bild des jeweiligen Fahrverhaltens. Section Control bietet die Möglichkeit, stark gefährdete Autobahnabschnitte ganz anders als bisher und wirkungsvoller zu überwachen. In Gefahrenbereichen wie zum Beispiel Unfallhäufungsstrecken, Tunnelanlagen oder Baustellen wird die Verkehrssicherheit effektiv erhöht“, erläutert Dr. Detlev Lipphard, Referatsleiter Straßenverkehrstechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Der Kern dieses speziellen Verfahrens ist, dass es zu Beginn und am Ende einer definierten Strecke zwei Messpunkte gibt. Aus der ermittelten Fahrtzeit auf dieser Strecke errechnet sich die Durchschnittsgeschwindigkeit jedes einzelnen Fahrzeugs. „Das heißt, wenn man einmal kurzfristig etwas zu schnell fährt, wird man noch nicht belangt, sondern es gilt die insgesamt gefahrene Geschwindigkeit“, so Lipphard.

Dr. Detlev Lipphard, Experte für Straßenverkehrssicherheit beim DVR

© DVR

Positive Erfahrungen in EU-Nachbarländern

Das Verfahren Section Control wird bereits erfolgreich in europäischen Nachbarländern wie Österreich, Italien, der Schweiz und den Niederlanden eingesetzt. Seit Einführung der Section Control auf Autobahnen in Österreich vor über zehn Jahren haben sich die Unfallzahlen dort laut Angaben des Österreichischen Automobil Touring Clubs (ÖAMTC) halbiert. Im Kaisermühlen-Tunnel, wo die erste Anlage im Jahr 2003 installiert wurde, gab es seither keinen tödlichen Unfall mehr, der auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen war. „Die ausländischen Erfahrungen zeigen, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit durch diese neue Messtechnik fast komplett eingehalten wird. Die Fahrweise wird sehr gleichmäßig und es passieren deutlich weniger Unfälle“, stellt der Verkehrssicherheitsexperte fest.

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