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Mädchen lernen „Männerberufe“ kennen

Der Girls’ Day im Polizeipräsidium Köln


Auch die Kölner Polizei beteiligt sich an dem bundesweiten Aktionstag

© Maike Walter/pressto GmbH

 

In vielen Ausbildungsberufen und Studiengängen in den Bereichen IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik gibt es immer noch mehr Männer als Frauen. Das soll sich durch den ‚Girls‘ Day‘ ändern: Statt die Schulbank zu drücken, können Schülerinnen ab der 5. Klasse einen Tag lang in ein Unternehmen, eine Hochschule oder eine andere Institution hineinschnuppern. Dadurch soll ihr Interesse für typische „Männerberufe“ geweckt werden. Auch das BKA, die Bundespolizei und viele Polizeidienststellen beteiligen sich am ‚Girls‘ Day‘, darunter die Polizei Köln. Am 28. März 2019 war es wieder soweit: Zahlreiche Mädchen kamen ins Präsidium nach Köln-Kalk, um mehr über den Polizeiberuf zu erfahren.

Polizistin: ein vielseitiger Job

So geschäftig geht es im Foyer des Kölner Polizeipräsidiums wohl nur selten zu: Rund 60 Schülerinnen haben sich zum ‚Girls‘ Day‘ 2019 angemeldet und warten gespannt darauf, dass es endlich losgeht. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto versammeln sich die Mädchen im großen Konferenzraum, wo sie von Miriam Brauns, der stellvertretenden Polizeipräsidentin, begrüßt werden: „Heute lernt ihr den Beruf der Polizeivollzugsbeamtin kennen“, erklärt sie. „Doch selbst wenn ihr merkt, dass ihr keine klassische Polizistin werden wollt, gibt es noch andere Möglichkeiten, für uns zu arbeiten.“ Denn mittlerweile beschäftigt die Polizei viele Quereinsteiger, insbesondere im organisatorischen Bereich oder in der Verwaltung. Nach der kurzen Einführung übergibt sie das Wort an Elena Beerhenke vom Kommissariat Prävention und Opferschutz. Bevor die Mädchen in kleinen Grüppchen durchs Präsidium ziehen, erklärt ihnen die Kriminalhauptkommissarin noch, was sie über den Missbrauch von Alkohol und illegalen Drogen, das Betäubungsmittelgesetz oder Sucht im Allgemeinen wissen müssen: „Wenn ihr ein Problem habt oder jemanden kennt, der süchtig ist, könnt ihr euch natürlich an die Polizei wenden“, schließt sie ihren Vortrag ab. „Darüber hinaus gibt es aber auch Beratungsstellen. Die Menschen, die hier arbeiten, haben ein offenes Ohr und unterliegen der Schweigepflicht. Das bedeutet, dass ihr anonym bleiben könnt.“

Jetzt geht’s ans Eingemachte

Nach so vielen wichtigen Informationen wird es für die Mädchen nun Zeit, selbst aktiv zu werden. In kleinen Gruppen, die nach Farben benannt sind, besichtigen sie fünf verschiedene Stationen. Die „blaue Gruppe“ startet bei der Einsatzhundertschaft. Auf dem Parkplatz des Präsidiums erwarten sie zwei Beamte und eine Beamtin. „Wir werden zum Beispiel bei Fußballspielen, Amoklagen oder Demonstrationen eingesetzt, um für Sicherheit zu sorgen. Derzeit verbringen wir jedoch die meiste Zeit im Hambacher Forst. Hier müssen wir immer wieder Demonstranten wegtragen, die sich weigern, das Gelände zu verlassen“, erklären sie und zeigen gleich einmal gemeinsam, wie sie das machen. Dann dürfen die Mädchen mit Pfeffersprays, in denen natürlich nur Wasser ist, auf Tonfiguren zielen. Schnell stellen sie fest: Das ist gar nicht so leicht, wie es aussieht. Dafür braucht man eine ruhige Hand. Bei der Frage, wer Lust hat, mal die Schutzausrüstung anzuziehen, traut sich zunächst niemand, sich zu melden. Doch dann finden sich doch noch zwei Freiwillige, die Weste, Arm- und Beinschoner sowie den Helm aufsetzen – die Neugier ist einfach zu groß. „Das war ganz schön schwer und mir wurde ziemlich warm. Mit dem Helm habe ich fast nichts mehr gesehen“, berichtet Vanessa. Doch das schreckt die 12-Jährige in keiner Weise ab. „Ich könnte mir vorstellen, so einen Job später mal zu machen.“

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