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Dashcams im Straßenverkehr

Überflüssige Spielerei oder nützliche Beweismittel?

Viele Autofahrer wollen mithilfe von Dashcams ihre Unschuld bei Verkehrsunfällen beweisen

© WoGi, fotolia

 

Dashcams werden in Deutschland immer häufiger zur Dokumentation des Fahrtverlaufs eingesetzt. Während die Verwendung der Kameras in einigen europäischen Ländern verboten ist, ist der Einsatz in Deutschland nicht ausdrücklich untersagt. Der ADAC geht davon aus, dass deutschlandweit mittlerweile mehrere Millionen Geräte im Einsatz sind. Was ist Sinn und Zweck dieser Kameras? Dürfen die mit einer Dashcam aufgezeichneten Videos als Beweismittel verwendet werden? Und wie sieht es mit dem Datenschutz aus? – Dazu sprach PolizeiDeinPartner mit ADAC-Jurist Dr. Markus Schäpe aus München.

Dokumentation von Unfällen ist Hauptmotivation

Dashcams (engl. „dash“ = Armaturenbrett) sind kleine Kameras, die im Fahrzeuginneren montiert sind, um das unmittelbare Geschehen vor dem Fahrzeug aufzuzeichnen. Sie können – ähnlich wie ein Navigationsgerät – entweder auf dem Armaturenbrett oder an der Windschutzscheibe angebracht werden. „Dashcams gibt es schon seit mehreren Jahren. Aber gerade nach dem Meteoriteneneinschlag in Russland vor zwei Jahren, als im Internet viele Videos aus Dashcams veröffentlich wurden, kam man auf die Idee, dass man sie ja eigentlich auch in Deutschland einsetzen könnte“, berichtet Schäpe: „Nicht etwa, um Meteoriteneinschläge zu dokumentieren, sondern um sich vielleicht selbst zu entlasten, falls es zu einem Unfall kommen sollte.“ Die Verwender haben unterschiedliche Motive. Viele erhoffen sich nicht nur eine Verbesserung der Beweisführung im Falle eines eigenen Unfalls, sondern möchten auch verkehrswidriges Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer zur Anzeige bringen. „Man zeichnet mit einer Dashcam automatisch alles auf, was vor dem Fahrzeug passiert. Die meisten Autofahrer, die ein solches Gerät einbauen, haben Sorge, dass sie im Falle eines Unfalls nicht nachweisen können, dass sie unschuldig sind. Es mag auch Verwender geben, die gerne eine besonders schöne Autofahrt für ihre persönlichen Zwecke dokumentieren wollen. Das ist aber eher selten der Fall“, erklärt Schäpe.

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