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Der Zoll im Kampf gegen illegale und gefälschte Arzneimittel

Verbotene Schlankheitsmittel, Anabolika und potenzsteigernde Mittel sind die häufigsten Funde

Illegales Gepäck: Ein Tourist aus den USA wollte in Deutschland mit diesen Potenzmitteln handeln

© Hauptzollamt Frankfurt am Main - Flughafen

 

Illegale und gefälschte Medikamente gelangen immer häufiger über Internetbestellungen nach Deutschland. Beim Zoll werden die Sendungen oft beschlagnahmt – meist zur großen Überraschung ihrer Käufer. Christine Straß ist seit 1987 beim Hauptzollamt Frankfurt am Main - Flughafen tätig. Sie spricht über die Arbeit der Zollbehörden.

Christine Straß

Pressesprecherin Zoll Frankfurt am Main - Flughafen, © Hauptzollamt Frankfurt am Main - Flughafen

Frau Straß, was wird bei den Zollkontrollen am Frankfurter Flughafen an illegalen oder gefälschten Medikamenten gefunden?

Weil Internetbestellungen zunehmen und sehr viel per Post versandt wird, werden wir hauptsächlich in unserem internationalen Postzentrum fündig. Im Jahr 2016 haben wir insgesamt 9.288 Sendungen wegen eines Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz (AMG) sichergestellt, darunter waren 899.630 Tabletten und Ampullen. Überwiegend waren es Dopingmittel, Anti-Baby-Pillen, Antidepressiva, Antibiotika sowie Schmerz- und Potenzmittel. Meistens handelte es sich bei den Potenzmitteln um Fälschungen von Viagra und Cialis mit den Wirkstoffen Sildenafil bzw. Tadalafil, die in China, Thailand, der Türkei und in Indien illegal und ohne jegliche Sicherheitsstandards produziert wurden. Die Dopingpräparate stammten überwiegend aus Osteuropa.

Nach welchen Kriterien wird kontrolliert?

Wir nutzen Erfahrungen und führen risikoorientierte Kontrollen durch. Heute werden sämtliche Waren, die nach Deutschland eingeführt werden, erfasst und von automatisierten Systemen analysiert. Dabei werden bestimmte Regeln angewendet, die es den Zollbeamten ermöglichen, so genannte Hochrisikosendungen zu erkennen. So können wir gezielte Kontrollen durchführen und die Einfuhr zum Beispiel von Drogen, nachgeahmten Waren, artgeschützten Tieren, gefährlichem Spielzeug und gesundheitsgefährdenden Nahrungsmitteln effizient bekämpfen. Viele der illegalen Medikamentensendungen stammen aus Indien, Pakistan, China oder den USA. Manchmal sind die Versender auch schon bekannt. Man hat dann oft bereits einen Verdacht, wenn man ein Paket in die Hand bekommt und häufig bestätigt sich dieser dann auch. Gerade im Postverkehr versucht der Absender häufig, den Inhalt eines Pakets zu verschleiern. So sind etwa die Hälfte der beschlagnahmten Sendungen falsch deklariert. Auf der Sendung steht dann beispielsweise „gift“ (Geschenk), „clothes“ (Kleidung) oder „goods of no commercial value“ (Waren ohne kommerziellen Wert).

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